Geschichte des Gnadenweilers


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Bärenthal
Der Gnadenweiler wurde 1832 gegründet. Der damalige Hohenzollernfürst von Sigmaringen hatte die ,,Gnade'', sechs Bärenthaler Bürgern unentgeltlich Land zu übergeben, mit dem Auftrag einen Weiler zu gründen.

Das damals ,,Beraweite'' genannte Land lag ca. 200 Höhenmeter oberhalb von Bärenthal auf der Albhochfläche und war bis zu diesem Zeitpunkt nur als Sommerweide genutzt worden.

Trotz des rauhen Klimas und der fehlenden Wasserstellen wurde das Geschenk dankbar angenommen, denn die damalige Überbevölkerung und der Mangel an landwirtschaftlich nutzbarer Fläche im engen Bäratal führte oft zu Hungersnöten und Auswanderungswellen. Zudem war das soziale Leben damals streng von der Obrigkeit und der Kirche reglementiert, so dass z.B. Menschen ohne Grundbesitz keine Heiratsgenehmigung bekamen.

Unter härtesten Bedingungen wurde das Land besiedelt: So brauchte z.B. das Ehepaar Joseph und Anna-Maria Ströbel viele Monate, um nur das Baumaterial (Holz, Lehm und Natursteine) für das geplante Haus, den heutigen Stierlehof, zusammenzutragen. Beide starben kurz bevor der eigentliche Bau begonnen werden konnte.
Der größte Teil der Felder musste erst gerodet und von zahllosen Steinen befreit werden. Von dieser mühsamen und langwierigen Arbeit zeugen die vielen Steinriegelhecken, welche heute die Landschaft prägen.
Auch gab es anfangs noch keine Verbindungsstraßen zwischen Gnadenweiler und Bärenthal, so dass der sehr steile Fussweg durch das ,,Täle'' benutzt werden musste. Dies war besonders nachteilig, da Wasser auf der aus löchrigen Kalkfelsen bestehenden Alb überaus knapp ist, und in trockenen Zeiten weder Zisternen noch Galgenbrunnen ausreichten, um das Vieh zu versorgen. Dann musste Wasser aus dem Tal hochgeschleppt werden.
In den Jahren 1854 bis 1856 wurde von der Gemeinde Bärenthal die Hüttenbergsteig und von 1878-1879 die Scheithäulesteig gebaut, was es möglich machte, den Weg mit Ochsenkarren zurückzulegen.

In späteren Zeiten ließ der Bevölkerungsdruck nach und wegen der schlechteren Standortbedingungen blieb das Land auf der Hochebene schwach besiedelt und weitestgehend ursprünglich.
Heute noch besteht der Gnadenweiler nur aus zehn vereinzelten Höfen, inmitten idyllischer und weitläufiger Landschaft.